Stimmen: Gabrielle Bates

Die zweite „Stimmen“-Interviewpartnerin ist Gabrielle Bates, die ich durch das Hugo House in Seattle getroffen habe. Sie beschäftigt sich auf unterschiedliche Weisen mit Lyrik: Schreibend, lesend und verkaufend. Eines ihrer visuellen Gedichte gibt es auf Poetry Magazine und mehr zu ihr gibt es auf ihrer Website. Stimmen: Gabrielle Bates weiterlesen

Stimmen: Nicola Hodges

Dieser Blog wäre nicht vollständig ohne die Künstler/innen, die mich auf dem Weg mit Hilfe und Inspiration unterstützt haben. In der Serie „Stimmen“ sollen ihre künstlerischen Herangehensweisen und ihr eigenes Verhältnis zu ihrer Umgebung beleuchtet werden. Die erste Interviewpartnerin ist Nicola Hodges, eine textile Handwerkerin und angehende Parkrangerin in Vancouver. Stimmen: Nicola Hodges weiterlesen

Auf der Suche nach Geschichten in Südmexiko

Ich liege auf meinem Bett in einem gut gekühlten Hostelzimmer in Cancún, eine halbgelesene Ausgabe des Popol Vuh neben mir. Das Buch, das den Mythos über die Entstehung der Welt und die Kosmologie der Maya-Quiché erzählt, habe ich in einer „Zu verschenken“-Box bei einer Party im September 2015 mitgenommen, als die Idee, eine Reise durch Kanada, die USA und Mexiko zu unternehmen, langsam Gestalt annahm. Es ist der letzte Tag dieser Reise, ich bin müde und erschöpft davon, ständig unterwegs und umgeben von einer Sprache zu sein, die ich nicht gut beherrsche. Und ich bin frustriert: Während meiner gesamten Zeit in den Staaten Chiapas und Quintana Roo habe ich es nicht geschafft, etwas über zeitgenössische Literatur herauszufinden, die in der Kultur der Maya verwurzelt ist. Auf der Suche nach Geschichten in Südmexiko weiterlesen

Buchkultur in Oaxaca de Juárez

Oaxaca, Mexikos fünftgrößter Staat, befindet sich im Südosten des Landes. Er ist nicht nur für seine Größe, sondern auch für seine ethnische Vielfalt bekannt: Mehr als 50 % der Bevölkerung bezeichnen sich als indigen. Fünfzehn verschiedene Gruppen, zu denen auch die Zapoteken und Mixteken gehören, werden von der mexikanischen Regierung anerkannt, aber es gibt viele weitere ohne offiziellen Status. Buchkultur in Oaxaca de Juárez weiterlesen

Literarische Denkmäler in Ciudad de México

Lange Spaziergänge durch Parque Chapultepec und veganes Mittagessen in der Cafeteria eines Hare-Krishna-Tempels – die Erinnerungen an meinen ersten Besuch in Ciudad de México 2014 erwecken einen entspannten Eindruck. Bei meiner Rückkehr ist das anders. Mit 9 Millionen Bewohner/innen im Stadtgebiet und 20.4 Millionen im Umland ist Ciudad de México die einwohnerreichste Stadt Nordamerikas. Der Bus braucht beinahe drei Stunden von den ersten Vororten bis zum Terminal Central del Norte. Nicht nur die Größe der Stadt, auch die Sprache verursacht mehr Probleme als erwartet. Ohne eine/n Mitreisende/n mit guten Spanischkenntnissen sind selbst einfache Alltagshandlungen schwierig und anstrengend. Doch dank Freund/innen und anderen Schriftsteller/innen gestaltet sich mein Aufenthalt trotzdem sehr schön. Literarische Denkmäler in Ciudad de México weiterlesen

Valeria Luiselli: Die Geschichte meiner Zähne

Diese Besprechung basiert auf der englischen Ausgabe des Buchs (The Story of My Teeth, Coffee House Press, 2014).

Gustavo Sánchez Sánchez, auch bekannt als Highway, ist nach eigenen Angaben nicht nur der beste Auktionator der Welt, sondern auch der stolze Besitzer einer großen Sammlung erlesener Memorabilien. Jedes einzelne hat eine Geschichte, die ihm unschätzbaren Wert verleiht. Das wichtigste Stück hat er immer bei sich – statt seiner eigenen trägt er die Zähne Marilyn Monroes. Valeria Luiselli: Die Geschichte meiner Zähne weiterlesen

Tijuana: Nicht schön, aber fruchtbar

Die Straßenbahn von San Diego nach Tijuana ist auch mitten am Tag gut gefüllt. Die Fahrt durch die trockene, staubige Landschaft dauert etwa zwanzig Minuten, bevor wir am Grenzübergang für Fußgänger ankommen. Die meisten Passagiere gehen direkt zur Passkontrolle, während ich in einer Wechselstube amerikanische Dollar in mexikanische Pesos umtauschen lasse. In der Halle des zweckmäßigen grauen Gebäudes wird die Schlange für US und mexikanische Staatsbürger/innen schnell kürzer. Für andere Nationalitäten dauert der Prozess etwas länger. Nach dreißig Minuten trete ich in Mexiko wieder ins Licht der Sonne. Tijuana: Nicht schön, aber fruchtbar weiterlesen